Auf dem Programm stehen:

Die Möwe“ von Anton Tschechow und „Die Gaunereien des Scapin“ von Moliere

Termine:

Die Möwe“ von Anton Tschechow

im Juli 2009 :         3.,4.,5.,    10.,11.,12.,    16.,17.,18.,19.    ,23.,24.,25.,26,    30.,31.

 

Die Gaunereien des Scapin” von Jean Batist Moliere

und im August 2009 :     6.,7.,8.,9.,    12.,13.,14.,15.,16.,     20.,21.,22.,23.,    26.,27.,28.,29.,30.

 

Beginn: 20:00

Dauer der Vorstellungen 2 Stunden.

FamilienvorstellungHerr Sturm und sein Wurm“ von Barbro Lindgren

Juli: 4.,5.,10.,11.,18.,19.,24.,25.

August: 1.,2.,8.,9.,15.,16.,22.,23.,29.,30.

Beginn: 15:00 Uhr

Dauer der Vorstellungen 40 Min., ab 4Jahre.

Theatersommer in der Klosterruine 


Die stimmungsvollen Mauern der Klosterruine sind ein bedeutsames Baudenkmal, Zeugen der Geschichte der Stadt, der Baukunst und  eine Sehenswürdigkeit die gleichzeitig einen grandiosen Rahmen für unsere Theateraufführungen bietet.
Mit dem Theatersommer in der Klosterruine bekommt Berlin einen erneuerten Theatertrefpunkt in Sommer. Die Theateraufführungen eröffnen andere Möglichkeiten für das Berliener Publikum ; die Klosterruine  wird auch zum Abend zugänglich, und bietet an diesen Sommerabenden herzhafte Perlen der Theaterkunst.
In der Sommer- und Haupturlaubszeit ersteht in Berlin wieder eine kulturelle Attraktion für die Touristen und daheimgebliebene Berliner.
In einer Kooperation mit dem Förderverein  Klosterruine e. V. veranstaltet die Theatergruppe „Klosterruine“ den 

1.Theatersommer     vom        3.Juni bis 30. August 2009.    Auf dem Programm stehen :

„ Die Möwe“ von Anton Tschechow und „Die Gaunereien des Scapin“ von Moliere

Die Möwe

Komödie  von Anton Tschechow

Jeden Sommer kehrt die Schauspielerin Arkadina auf das Familiengut in der Provinz zurück und erholt sich in dem kleinen Paradies am See von den Strapazen des Bühnenlebens. Diesmal bringt sie Trigorin mit, einen Schriftsteller von Renommee aus Moskau. Arkadinas Sohn Kostja, kürzlich aus nicht öffentlich diskutierten Gründen der Universität verwiesen, buhlt um die Aufmerksamkeit seiner Mutter mit eigener Kunst: er hat ein Theaterstück »neuer Form« geschrieben, das er mit seiner Freundin Nina heimlich geprobt hat und nun am See unterm nächtlichen Mond triumphal zum Erfolg führen möchte. Der Plan mißlingt; Kostja verfehlt die Zustimmung seiner Mutter. Und er verliert Nina - wie seine Mutter wendet auch sie sich Trigorin zu, dem berühmten Nebenbuhler. Ein Versuch, sich umzubringen, beschert ihm für einen Moment die ersehnte Zuneigung der Mutter. Aber die Arkadina ist schon wieder in Abreise begriffen. Sie und Trigorin kehren als Paar zurück nach Moskau. Nina wird ebenfalls gehen. Sie wird das Gefängnis der Provinz und ihres Elternhauses verlassen, Trigorin in die große Stadt folgen und Schauspielerin werden - leben! Kostja bleibt auf dem Gut zurück. Zwei Jahre später ist aus Kostja ein einsamer junger Schriftsteller geworden. Als seine Mutter mit Trigorin für den Sommer aus der Stadt anreist, findet sich auch Nina zum ersten Mal seit ihrem Aufbruch wieder ein. Die alten Rituale des Sommers scheinen sich zu wiederholen, aber für die Jungen, für Nina und Kostja, hat das Leben seine Verheißung verloren ...

Der Arzt und Dramatiker Tschechow untersucht in der Zeit des großen politischen und sozialen Umbruchs der russischen Jahrhundertwende und der 1905er Revolution in seinen Stücken mit der Liebe zugleich und dem analytischen Blick des Mediziners die komplizierten inneren Bewegungen und Lebensversuche der Menschen einer Wendezeit. Alle seine Figuren kämpfen mit der Sehnsucht, ihrer Zeit gerecht zu werden, Großes und Gutes zu schaffen, sich als wahrhaftige Menschen zu erweisen, Erfolg zu haben, gesehen und geliebt zu werden wie sie sind. 'Die Möwe' bedeutete den künstlerischen Durchbruch Tschechows; sie gehört zu den meistgespielten Werken Tschechows, der dieses wie alle seine Stücke als Komödie verstand.

"Wir beschreiben das Leben so wie es ist und weiter weder piep noch pup. Wir haben weder Nah- noch Fernziele, unser Herz ist wie leergefegt. Wir haben keine Politik, an eine Revolution glauben wir nicht, wir haben keinen Gott, haben keine Angst vor Gespenstern. Ob dies eine Krankheit ist oder nicht - es geht nicht um die Bezeichnung, sondern um das Eingeständnis unserer Lage", so Tschechow an einen Freund und Kollegen. Tschechow gelingt es, das Gefühlselend der leidenden Menschen in ihrer Alltäglichkeit und ihren Leerlauf in einer materiell saturierten Gesellschaft widerzuspiegeln und es gleichzeitig komisch und lachhaft wirken zu lassen.

 Die Gaunereien des Scapin

Eine wildromantische Comedy von - Jean Baptist Molière

August: 6.,7.,8.,9.,12.,13.,14.,15.,16.,20.,21.,22.,23.,26.,27.,28.,29.,30.

Premiere 6. August 2009

Liebe, Lust und Katastrophen! "Die Gaunereien des Scapin" bieten turbulenten Spaß vom Feinsten! Es ist eine Komödie voller Energie und zeitlosem Witz für Jung und Alt! Temporeiche Slapsticks gepaart mit geistreicher Situationskomik erzeugen eine bestechende Leichtigkeit von unwiderstehlichem Charme. Mit einem Augenzwinkern werden Situationen durchlebt, die uns allen vertraut sind; Katastrophen werden zu Anekdoten und jeder würde gerne in die Rolle des schlauen Dieners schlüpfen, der den kleinkarierten Teil der Menschen an der Nase herumführt. Das Stück wurde 1671 uraufgeführt. Molière greift auf seine schriftstellerischen Anfänge zurück und verwendet Elemente der „Commedia dell’ arte“. Er macht den Diener zur zentralen Figur, der mit unerhörter geistreicher und körperlicher Virtuosität die Szene beherrscht

Die Geschichte handelt von "Octave und Leander, jung, ledig, aus besserem Hause .....". Ihre Väter haben ihnen strengstens verboten, auf eigene Faust auf Brautschau zu gehen. Schließlich soll die Haushaltskasse geschont und die Institution der arrangierten Vernunftehe aufrecht erhalten bleiben. Aber Octave und Leander haben gefunden! Sie sind unsterblich verliebt in eine Zerbinette bzw. eine Hyazinthe: unbeschreiblich, unvergleichlich ... aber leider absolut unehelichbar! Sie wollen natürlich den Geheimnissen der Erotik nachspüren, unterstehen aber den strengen familiären Konventionen. Für Molière also die ideale Voraussetzung, um hier seinen gewitzten Helden, dem der Funke der Anarchie in der Natur liegt, ans Werk zu lassen! Dies passiert in Gestalt des Dieners Scapin, der auf den Pfaden der Intrige wandelt und dabei das Korsett der gesellschaftlichen Gebote und Verbote sprengt. Scapin weiß, wie er seine Dienste an mehrere Herren gleichzeitig verkaufen kann und jongliert geschickt mit den Absichten der Opposition. Hier wird Wahnsinn zur Wahrheit: der vermeintliche Handlanger wird zur eigentlichen Schlüsselfigur. Er manövriert sich, gleichzeitig das Vertrauen der verfeindeten Parteien genießend, mit erstaunlichem psychologischem Geschick zwischen den Parteien hindurch und kassiert bare Münze. Aus dem entfesselten Chaos spinnt er ein Verwirrspiel höchster Ordnung, aus dem sich dann schließlich eine Möglichkeit für die faszinierende Unmöglichkeit der Liebe ergibt.

 

"Die Gaunereien des Scapin" hatten 1671 Premiere. In diesem Geniestreich greift Molière auf seine schriftstellerischen Anfänge zurück und verwendet Figurenkonstellationen und Elemente der "Commedia dell'arte". beherrscht. Dennoch bescherte das Theaterstück mit seinem derben Witz, den wirksamen komischen Situationen und bekannten Figuren, vor allem der Person des Dieners Scapin (Scappino), Molière und seine Kompanie einen Kassenschlager. Er macht den Diener zur zentralen Figur, der mit unerhörter geistreicher und körperlicher Virtuosität die Szene beherrscht

So entsprechen z. B. die beiden Väter Argante und Geronte im Kern der Figur des geizigen, alten Kaufmanns, dem "Pantalone". Zum ersten Mal seit dem "Wirrkopf" wird erneut ein Diener zur zentralen Komödienfigur, und Molière erschafft eine weitere Glanzrolle, die mit unerhörter geistiger und körperlicher Virtuosität die Szene beherrscht. Auch heute ist Scapin eine beliebte Rolle für Vollblutkomödianten und bietet gerade die richtige Kost für laue Sommernächte in der Klosterruine.

 

Scapin ist der schlaue Arlecchino der "Commedia dell'arte". Er mausert sich vom Vermittler zum Mitspieler und entpuppt sich für die in seine Doppelstrategie nicht eingeweihten Auftraggeber als deus ex machina. Die Tatsache, dass er die einzige umfassend informierte Person des Komplotts ist, verleiht ihm die Macht, das Denken und Handeln aller Figuren von seinem sicheren Versteck - der Bedienstetendummheit aus - zu manipulieren. Doch Achtung, die Maschinerie der Intrige kann sich verselbstständigen und außer Kontrolle geraten!

Diese flotte, energiegeladene Komödie folgt den Höhen und Tiefen zweier junger Liebespaare, die alles versuchen, den von ihren strengen Vätern arrangierten Hochzeiten aus dem Weg zu gehen. Da muss der pfiffige Diener Scapin helfen. Dessen freche Streiche finden auch noch in der misslichsten Situation eine Lösung, um die Väter zu überzeugen, dass alles in Ordnung geht. . . . ?

 Die turbulente Handlung, die im Frankreich des 17. Jahrhunderts spielt, führt uns in diese Zwickmühle:

 

Soll man nun aus Liebe heiraten oder fürs Geld?

 

Eine Frage, die heutzutage genau so relevant ist wie vor Hunderten von Jahren. Niemand schrieb darüber mit mehr Stil und Humor als Molière.

Doch wird es noch eine Wende geben?

 

Theaterort mit Geschichte                DIE RUINE DER KLOSTERKIRCHE

 Die heutige Ruine der 1250 errichteten Franziskaner Klosterkirche befindet sich zwischen Klosterstraße und nahe an der östlich verlaufenden Berliner Stadtmauer. Die Klosterruine ist neben der Nikolai- und Marienkirche ein Zeugnis früher sakraler Backsteingotik in Berlin und ist in dieser Bedeutung noch heute in seiner ursprünglichen Gestalt erlebbar.
Als Grabmalskirche der brandenburgischen Landesherren ist sie die älteste Fürstengrabstätte Berlins und somit Zeitzeuge der Geschichte der Stadt Berlin. Der ursprüngliche Kirchenbau war eine Saalkirche aus Feldstein, ihre Reste sind heute in der Nordwand erhalten. Sie wurde um 1300 durch die markgräfliche Bauhütte nach Vorbildem des Brandenburger Domes sowie des Lehniner Zisterzienserklosters mit rotem Backstein zu einer dreischiffigen gewölbten Pfeilerbasilika mit langgestrecktem einschiffigem Chorhals umgebaut. Ende des 13. Jahrhunderts wurde der Klosterkirche ein polygonaler Chorabschluß angefügt sowie an der Nordseite des Gotteshauses eine großer Klosterkomplex mit zwei Höfen. Die Kirche hat in ihrer langjährigen Geschichte einige verschiedene Nutzungen, Restaurierungen und Umbauten erfahren. Im Zuge der Reformation und Säkularisierung wurde das Kloster geschlossen und als Komlager genutzt. Von 1571 bis 1584 richtete in den klösterlichen Gemäuern der Alchimist und kurfürstliche Leibarzt Leonhard Thurnheißer vom Thurm (1530-1596) ein Laboratorium und die erste Druckerei Berlins ein. Im Jahre 1574 entstand auf Wunsch des Kurfürsten Johann Georg das "Gymnasium zum Grauen Kloster", benannt nach den grauen Kutten der Franziskaner. Dieses Gymnasium entwickelte sich bis zum 19. Jahrhundert zur ersten bürgerlichen Bildungsanstalt Berlins, in welcher viete wichtige Vertreter der deutschen Geschichte wie u.a. Karl Friedrich Schinkel, Fürst Otto von Bismarck und Erich Rathenau ihre Bildung erhielten. Von 1842 bis 1845 wurde das äußere Erscheinungsbild der Klosterkirche durch Anbauten an der Westfassade entscheidend verändert und entstellt. Das Aufsetzen eines hohen Dachreiters über dem Westgiebel und die beiden schmalen achteckigen Türme, die die Fassade des Westgiebels flankierten, entsprachen nicht den Ordensregetn der Franziskaner, die den Turmbau verboten, und verfalschten die Aussage des historischen Bauwerkes
Diese einschneidenden Veränderungen wurden, mit Ausnahme der Sakristei, von 1926 bis 1930 mit Hilfe der alten Baupläne wieder zurückgenommen und die Kirche wieder in ihren ursprünglichen Zustand vor 1842 zurückgeführt.
Ende des zweiten Weltkrieges wurden die Franziskanerkirche und die Klosteranlagen durch die Bombenangriffe der Alliierten schwer getroffen und zum größten Teil zerstört. Erst in der zweiten Hälfte der 50er Jahre wurde die Ruinen der Klosterkirche und des Klostergebäudes von ihren Trümmem befreit. In den 60er Jahren wurden die verbliebenen Gebäudeteile der Kirche wie die Westfront, die Nordmauer, der Chor, die Sakristei und die Teile der Klostennauem als Ruine gesichert. Später jedoch wurde aufgrund von Straßenbaumaßnahmen die Ruine des Klostergebäudes abgetragen, das Gelände eingeebnet und in eine Grünanlage umgestaltet. Die Ruine der Klosterkirche wurde seit ihrer Sicherung als Ausstellungs- und Veranstaltungsort genutzt.
1982 wurde die Ruine der Klosterkirche erneut saniert. Ab 1986 wurde die Ruine von Ostberliner Bildhauern, und nach 1989 durch den 1992 von Berliner Künstlern gegründeten Förderverein Klosterruine e.V. als Ausstellungsort genutzt.
Ab 2003 wurde die Ruine der Klosterkirche für zwei Jahre zur Schau-Baustelle.

Ab 2005 werden in der Ruine der Klosterkirche, dem „Gotischen Torso Berlin - Mitte“, wieder jährliche Kulturprojekte durch den Förderverein Klosterruine e.V. veranstaltet. Ziel ist, diesen kulturhistorischen Berliner Ort wieder zu einem Berliner Kulturtreffpunkt werden zu lassen.