20. April - 24. Mai 2002
    MACHINA TEMPORIS
    eine audiovisuelle Installation von
   
Bernhard Gáll und Yumi Kori
     
"Wir verstehen die Klosterruine als Zeiterfahrungsmaschine, sowohl in einem spirituell-philosophischen Kontext als auch in Bezug auf ihre architektonisch-funktionale Bauweise. Religiöse Bauwerke sind Räume, in denen die lineare Zeitwahrnehmung des Alltags zugunsten einer kontemplativen, entgrenzten Zeit- und Raumerfahrung aufgehoben wird. Wir möchten mittels Klang und weißen Textilobjekten visuelle und akustische Zeitzonen definieren und dadurch die "Zeiterfahrungs-Funktion" der Klosterruine betonen.
 
     
 

Machina temporis besteht aus einer elektro-akustischen Komposition und Klanginstallation von Bernhard Gál und einer räumlich-visuellen Installation von Yumi Kori. Unter Verwendung von roten und weißen Textilien und einer 20-kanaligen Klangprojektion schaffen Kori und Gál einen transformierten audio- architektonischen Wahrnehmungsraum, in welchem die Qualitäten der Klosterruine durch minimale künstlerische Interventionen rekonstruiert werden und sich die außergewöhnliche Kraft dieses Bauwerkes dem Besucher in einem gewandelten Kontext "aufs Neue" erschließt. "Wir verstehen die Klosterruine als Zeiterfahrungsmaschine, sowohl in einem spirituell-philosophischen Kontext als auch in Bezug auf ihre architektonisch-funktionale Bauweise. Religiöse Bauwerke sind Räume, in denen die lineare Zeitwahrnehmung des Alltags zugunsten einer kontemplativen, entgrenzten Zeit- und Raumerfahrung aufgehoben wird. Wir möchten mittels Klang und weißen Textilobjekten visuelle und akustische Zeitzonen definieren und dadurch die "Zeiterfahrungs-Funktion" der Klosterruine betonen. Die verwendeten akustischen Elemente basieren vorwiegend auf Tonaufnahmen in der Klosterruine, die von Bernhard Gál mittels digitaler Audiosoftware in einen kompositorischen Zusammenhang gebracht werden. Der Besucher muss sich durch die drei Zonen hindurchbewegen, um in die Apsis zu gelangen. Das östliche Chorpolygon stellt das "Energie-Zentrum" der Kirche dar. Wir möchten diese Wirkung unterstreichen, gleichzeitig aber seiner ehemaligen religiösen Funktion entheben und einen entgrenzten Wahrnehmungsraum schaffen, in welchem das Kontinuum des Zeitflusses auf neue Weise erfahren werden kann." Yumi Kori und Bernhard Gál

   
Künstlerische und organisatorische Unterstützung: Ruth Scheurer    
In Kooperation mit dem Förderverein Klosterruine e.V. und dem Kulturamt Berlin-Mitte.